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Warum heißt Ihre Firma eigentlich Quattro Research, meine Herren?

(19.10.17) … und warum dürfen Sie keine Autos bauen, keine Uhren herstellen und auch kein Reitzubehör? Rede und Antwort stehen die Geschäftsführer und Gründer des bayerischen Software-Entwicklers, der Biologe Markus Weisser und der Chemiker Bernhard Schirm.
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© S. März

Die Geschäftsführer von Quattro Research, Bernhard Schirm (links) und Markus Weisser.

Sie beide waren lange beim Martinsrieder Wirkstoffentwickler 4SC tätig. Was hat Sie bewegt, vor dreizehn Jahren 4SC zu verlassen und eine eigene Firma zu gründen?

Bernhard Schirm: Bei 4SC haben wir sehr viel Softwareentwicklung gemacht, beispielsweise für virtuelle Screenings. Irgendwann waren wir als Entwicklergruppe zum einen einfach zu groß geworden. Und zum anderen haben wir gemerkt, dass viele Firmen Interesse an unserer Software haben. Wir haben dort einen Markt gesehen, das war unsere Hauptmotivation. Denn es war klar, dass wir diesen Markt mit unseren Produkten bedienen können.

Markus Weisser: Wir haben uns ja von 4SC ausgegründet, und die sind auch heute noch immer ein guter Kunde von uns. Und 4SC hat sich inzwischen weiter geteilt. Den operativen Teil haben Biontech [Biontech Small Molecules GmbH; Anm. d. Red.] übernommen, mit Immunic Therapeutics hat 4SC seine Immunologiesparte ausgegliedert. Auch sie nutzen weiterhin unsere Dienstleistungen.

Quattro ist italienisch und bedeutet "vier". Bei 4SC ist die Zahl ebenfalls vertreten, aber was hat die Vier mit Ihrer Firma zu tun?

Schirm: Das ist relativ einfach: Wir hatten bereits bei 4SC ein Softwarepaket entwickelt, und das hieß quattro/suite.

Das ist ein Paket bestehend aus vier Programmen, nämlich der Registrierung chemischer Wirkstoffe, Verwaltung biologischer Messdaten, Labor-Lagerverwaltung sowie einem elektronischen Laborjournal.

Schirm: Genau. Wir hatten damals nach einem Namen für die Software gesucht und etliche Akronyme durchprobiert, wie eben auch 4SC eines ist. Irgendwann kam Markus Weisser die Idee mit 'quattro', in Anlehnung an die Zahl '4' im Namen von 4SC. Als wir dann gegründet haben, haben wir uns überlegt, dass 'quattro' nicht nur super zu unserem Softwarepaket passt, sondern sich auch als Firmenname gut macht. Und da wir fast ausschließlich im Forschungssektor tätig sind, denn unsere Kunden sind eigentlich alles Wissenschaftler in der Forschung, haben wir noch das 'research' angehängt.

Haben Sie sich beim Firmenlogo auch deshalb für ein vierblättriges Kleeblatt entschieden?

Weisser: Ja, einerseits wegen quattro, vier. Und weil wir lauter glückliche Kunden haben. [lacht] Das war unsere Motivation.

Was macht Ihre Kunden denn so glücklich?

Schirm: Das ist zweigeteilt. Einerseits bieten wir Consulting und maßgeschneiderte Softwarelösungen an, wir machen also viele kundenspezifische Projekte im Bereich Datenmanagement, Datenanalyse und Registrierungen von chemischen und biologischen Molekülen. Vor allem in letzter Zeit sind das auch komplexe Moleküle wie Proteine und Antikörper. Der zweite Teil sind unsere Produkte, beispielsweise das elektronische Laborjournal, Substanzverwaltungsysteme, automatisierte Lagersysteme, Anbindungen an Waagen und so weiter.

Wer zählt zu Ihren Kunden?

Schirm: Wir haben vier der 25 Big-Pharma-Firmen als Kunden, große Chemiefirmen, weltweit agierende Firmen, aber auch Mittelstand und kleinere Unternehmen.

Weisser: Unsere Kunden sind nicht nur aus der Pharmaindustrie, sondern auch aus der klassischen Chemie. Die hat hier in Deutschland und Europa einen sehr guten Stand, wenngleich sie weniger prominent, weniger aufregend ist als der Pharmamarkt. Aber es ist nach wie vor ein sehr wichtiger Industriezweig in Deutschland.

Seit 2016 gibt es Quattro Research auch in Malaysia, das ist ein Dienstleister im Gesundheitssektor. Sagt Ihnen dieses Unternehmen etwas?

Schirm: Nein, nicht wirklich. In Malaysia sagen Sie? Nun gut, ein gebräuchliches Zahlwort wie 'quattro' im Namen zu verwenden ist natürlich immer so eine Sache. Wir haben damals überlegt, ob wir den Namen überhaupt nehmen können, allein wegen der gleichnamigen Automarke. Aber es gab auch bereits andere Softwarefirmen mit 'quattro' im Namen. Gerade im italienischen Sprachraum gibt es 'quattro' häufiger. Wir haben den Namen dann ohne Probleme angemeldet.

Weisser: Aber wir dürfen natürlich keine Autos bauen, wir dürfen keine Uhren herstellen, und auch kein Reitzubehör.

Ich vermute, das schaffen Sie so gerade eben.

Schirm: [lacht] Das ist in der Tat keine ernsthafte Einschränkung.

 Die Fragen stellte Sigrid März

Steckbrief: Quattro Research GmbH

Gründung: 2004

Sitz: Martinsried

Mitarbeiter: knapp 25 (inklusive den Mitarbeitern der amerikanischen Tochterfirma)

Produkt: Entwicklung und Vermarktung von Software für die Life-Science-Industrie

 

Wer mehr erfahren will: In unserer Printausgabe (Laborjournal 11/2017; hier auf der Website dann auch als ePaper abrufbar) erscheint am 8. November 2017 ein ausführliches Firmenportrait über Quattro Research.

 



Letzte Änderungen: 13.11.2017

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