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20 Jahre Laborjournal

Gibt es noch Biologen in Deutschland?

von Wolfgang Nellen, Kassel


Bhinneka tunggal ika – Es gibt eine Einheit in der Vielfalt. So lautet das Staatsmotto Indonesiens. Mit ersterem tun sich Deutschlands Biologen seit jeher schwer.

Zwei sitzen im Dampfbad und schwitzen. „Es gibt schon seltsame Berufe“, sagt der eine. „Neulich war einer hier, der sagte, er sei Biomediziner und arbeite mit irgendwelchen Rezeptoren. Ziemlich obskures Zeug, das niemanden interessiert und kein normaler Mensch versteht.“ „Tja“, sagt der andere, „die Biochemie ist da anders. Ich arbeite an G-Proteinen – da weiß man, was man hat, und das kann jeder nachvollziehen.“ „G-Proteine sind nicht mein Feld“, sagt der erste, „das kann ich nicht beurteilen. Ich bin Molekularbiologe und versuche Signaltransduktion zu verstehen. Nicht einfach, aber spannend.“

„Haben Sie denn völlig die Verbindung zum wirklichen Leben verloren?“, meldet sich eine Stimme aus dem Dampfgewaber. „Als Neurophysiologe untersuche ich, wie der Mensch seine Umwelt wahrnimmt – wie Geruch, Geschmack, Licht aufgenommen, erkannt und verarbeitet werden. Dagegen sind G-Proteine, Rezeptoren, Signaltransduktion, was auch immer das ist, rein theoretische Sachen ohne praktische Bedeutung. Mir wird’s hier zu bunt, ich geh unter die Dusche!“

Ein Physiker ist ein Physiker, ein Chemiker ein Chemiker. Biologen sind eine amorphe Berufsgruppe. Fast alle haben ein biowissenschaftliches Studium absolviert, kaum einer bezeichnet sich jedoch selbst als Biologe. Sie nennen sich „Molekularbiologe“, „Ökologe“ oder „Genetiker“, manche trauen sich sogar „Bio“ in den Namen aufzunehmen. Aber Biochemiker, Biophysiker oder Bioinformatiker müssen dann schon aufpassen, dass man sie nicht mit Biobauern oder Biosthetikern verwechselt.

Die Anzahl der Arbeitsplätze in den Biowissenschaften hat in den vergangenen Jahren überproportional zugenommen. Doch wer profitiert davon? In der Biomedizin liegt die Betonung auf „Medizin“. Biowissenschaftler werden zwar gebraucht, aber sie sind lediglich die nützlichen Arbeitstiere, die Federführung liegt bei der Medizin.

Biowissenschaftler entdecken neue Materialien: Spinnenseide, Biokleber, Nanostrukturen wie Lotuseffekt und Geckofüße. Die weitere Entwicklung übernehmen Material­wissenschaftler, Ingenieure und Physiker – die sich wiederum ein paar Biowissenschaftler für das erforderliche Fachwissen halten. Im besten Fall werden diese Biowissenschaftler dann als „Ingenieure ehrenhalber“ akzeptiert.

Freiberufliche Biologen werden für Gutachten, Monitoring und Kartierung gebraucht – der Staat als Auftraggeber provoziert jedoch Dumpingpreise, die eine Freiberuflichkeit unattraktiv machen.

Mehr oder weniger stillschweigend akzeptiert ist die allgemeine Situation an den Universitäten: Der akademische Mittelbau wurde weitgehend abgebaut und durch zeitlich befristete Stellen ersetzt, die Lehre und Forschung in Gang halten. Gerade in den Biowissenschaften unterliegt die Produktion von Forschungsergebnissen fast ausschließlich hochqualifizierten jungen Wissenschaftlern, die sich auf Zeitstellen „weiterqualifizieren“ dürfen. Welches Unternehmen legt 90 Prozent von Ausbildung und Produktion in die Hände von Azubis (Doktoranden) und befristet angestellten Handwerksmeistern (Postdocs)?

Es fehlt nicht an attraktiven Arbeitsaufgaben in den Biowissenschaften. Es fehlt an Bereitschaft und Mut, nachhaltig in das Zukunftsfeld Forschung zu investieren und die richtigen Fachleute am richtigen Platz zu haben.

Die Wissenschaft vermittelt vor allem eines nicht ausreichend: Die Forschung von heute ist die Anwendung in 30 Jahren! Die aber liegt damit nicht in der laufenden Legislaturperiode – und deshalb kaum im Interesse der Politik.

Dennoch kann man nur zur Anwendung bringen, was man kennt! Ein Beispiel: In den 1980er Jahren fand man die erste Antisense-RNA in E. coli. Medizinisch irrelevant, initiierte sie ein neues Wissenschaftsfeld. 1998 entdeckte man dann die RNA-Interferenz – in dem medizinisch völlig irrelevanten Modellorganismus C. elegans. Seit kurzer Zeit versteht man zudem das CRISPR/Cas-System in Prokaryoten. In beiden Feldern brummt jetzt die Entwicklung von Anwendungen. Nicht unwahrscheinlich, dass die erstaunte Frage eines Politikers lauten würde: „Warum haben Sie nicht schon in den 1980er Jahren angefangen, Diagnostik und Therapien auf der Basis dieser phantastischen Mechanismen zu entwickeln? Warum haben Sie so viel Zeit und Geld für esoterische Grundlagenforschung an obskuren Modellsystemen verschwendet?“

Politische Kurzdenkerei ist mit Wissenschaft nicht kompatibel. Aber Biowissenschaftler lassen sich ja auch auf die kurzfristige Förderung von Anwendungen ein, um zu retten, was zu retten ist. Was oft resultiert, sind Versprechungen, die nicht einzuhalten sind – und die Reputation der Biologie schwächen.

Eine nachhaltige Biopolitik muss in längeren Zeiträumen denken. Andernfalls steht man in ein paar Jahren vor einem Mangel an genau der Grundlagenforschung, die man in die Anwendung bringen kann.

Gleiches gilt für die Ausbildung: Der Ansturm auf biologische Studiengänge ist groß. Werden gar zu viele Biologen ausgebildet? Gute Biologen sollten gebraucht werden. Aber es müssen gute Biologen sein, die über ihr Spezialgebiet hinausdenken. Die Ansprüche, die die Biologie stellt, müssen deutlich gemacht werden.

„Physik ist mir zu schwer, in Mathe hatte ich immer Probleme, Chemie ist doof und Sprachen kann ich nicht gut. Biologie ist prima, da tut man was für die Umwelt und ich habe schon immer gerne mit meinem Goldhamster gespielt.“ Nein, liebe Studienanfänger, in der Biologie müssen Sie Physik, Chemie, Mathematik, Informatik und zusätzlich Biologie können. Wenn Sie das wollen, können Sie zukunftsweisende Beiträge für Medizin, Umwelt, Ernährung, Materialforschung und vieles andere leisten. Das dauert, aber dafür bilden wir Sie gerne aus und dafür dürfen Sie mit hohem Einsatz und viel Enthusiasmus in der Community der Biowissenschaftler mitarbeiten.

Und an Sie, liebe Politiker: für diese hochmotivierten jungen Wissenschaftler müssen attraktive Arbeitsplätze zur Verfügung stehen.

In der deutschen Öffentlichkeit folgt die Wahrnehmung der Biowissenschaften zwei sehr unterschiedlichen Mustern: Einerseits ist die organismische Biologie mit den Schlagworten Ökologie, Biodiversität, Verhaltensforschung positiv belegt. Das zeigt sich bereits am Präfix „Öko“, das in jeder beliebigen Kombination (von Öko-Ei bis Öko-Diesel) werbewirksam ist. Andererseits sind Biochemie und vor allem die Molekulargenetik negativ belegt. Vor „Gengemüse“ fürchtet sich ein großer Teil der Deutschen. Chemie oder gar Biochemie möchte niemand in der Umwelt oder in der Nahrung haben. Medikamente, die von Biochemikern oder Molekularbiologen entwickelt wurden, sind dagegen erwünscht, werden aber der Medizin als Verdienst angerechnet.

In der Bevölkerung breitet sich Rationalitätsresistenz aus: die Erörterungen einer Ernährungsspezialistin zur Epigenetik und eines Tierarztes zur Pflanzengentechnik finden hohe Akzeptanz, während die Kommentare kompetenter Biowissenschaftler skeptisch betrachtet und oft abgelehnt werden. Das Vertrauen in die zersplitterten Biowissenschaften hat einen Tiefpunkt erreicht. Wer, wenn nicht die Biowissenschaften selbst, kann der Irrationalität, die auch in der Politik Fuß fasst, wirkungsvoll begegnen?

Den Stellenwert der Biowissenschaften bemerkt man einmal jährlich bei der Verleihung der Nobelpreise: Die meisten Auszeichnungen für „Medizin oder Physiologie“ gehen an Biologen, viele Preise für Chemie werden an Biologen verliehen und selbst in der Physik werden nicht selten Biologen ausgezeichnet. Eigentlich ein Grund für ein großes Selbstbewusstsein – zu bemerken ist das unter Biologen jedoch kaum.

Mangelndes Selbstbewusstsein und mangelnde Identifikation mit dem Begriff „Biologie“ ist für Politik und Gesellschaft ganz bequem, denn gemeinsamer Widerstand gegen wissenschaftsfeindliche Entscheidungen und Gesetzgebungen ist kaum zu erwarten. Die Molekularbiologen sorgen sich um das Gentechnikgesetz, die Biodiversitätsforscher um die Ratifizierung des Nagoya-Protokolls, die Schulbiologen kämpfen darum, dass der Biologieunterricht nicht weiter gekürzt wird, die Immunologen sehen ihre Arbeit durch Verschärfung des Tierschutzes gefährdet. Und die jeweils nicht direkt betroffenen Biowissenschaftler zucken nur mit den Schultern.

Die Diversifikation und Spezialisierung biowissenschaftlicher Forschungsfelder schreitet weiter voran. Es ist illusorisch zu erwarten, dass alle Biologen auf dem aktuellen Stand jeder einzelnen Spezialdisziplin sind. Der Wissenszuwachs ist in kaum einem Fach so hoch wie in den Biowissenschaften: Lehrbücher der allgemeinen Biologie haben einen Umfang von 1.500 Seiten und werden (aus gutem Grund!) etwa alle drei bis vier Jahre neu aufgelegt. Spezialisierung ist also erforderlich. Biowissenschaftler sollten jedoch aus ihrer Ausbildung ein Grundverständnis für biologische Zusammenhänge entwickeln und das Interesse an einem umfassenden Überblick kultivieren, denn biologische Systeme können nur im Zusammenhang verstanden werden.

Die in der Vergangenheit gepflegte „splendid isolation“ der einzelnen Fachdisziplinen wird zukünftig an Bedeutung verlieren, denn die Ära der „holistischen Biologie“ ist absehbar. (Ein eigentlich sehr passender Ausdruck, der aber mit Vorsicht und etwas Ironie zu verwenden ist.) Systembiologie, Ökosystemforschung, Populationsgenetik und andere bewegen sich vom (notwendigen) Reduktionismus auf das Verständnis größerer Zusammenhänge zu, das von keiner Einzeldisziplin allein erreicht werden kann. Biologische Zusammenhänge sind zudem unbedingte Voraussetzungen für die Anwendungen der Biowissenschaften: Beispielsweise kann ohne intensive Zusammenarbeit von Ökologen, Agrarwissenschaftlern, Zoologen und anderen eine scheinbar ideale biologische Schädlingsbekämpfung schnell zu einer unkontrollierbaren Invasion von Neozoen werden.

Die Beiträge der Biologie zu den Fortschritten in Medizin, Landwirtschaft und anderen Gebieten haben immense Tragweite. Biologen müssen diese Fortschritte verantwortungsvoll mittragen, und dazu brauchen sie die Sichtweise der verschiedenen Spezialdisziplinen. In der Biologie ist daher die oft geforderte „Interdisziplinarität“ kaum notwendig, weil innerhalb der Disziplin praktisch alles, von der Anatomie bis zur Informatik, vorhanden ist.

Ein gegenläufiger Trend ist jedoch in der Ausbildung festzustellen: Die Abgrenzung der biowissenschaftlichen Fächer, die mit der Gründung separater Fachgesellschaften begonnen hatte, wird durch die Umsetzung der Bologna-Reform aktiv weiterbetrieben. Kaum jemand liebt das Bachelor- und Master-System, aber gerade die Biologen entwickeln eine erstaunliche Kreativität, neue Studiengänge und damit neue Unterdisziplinen zu erfinden. 390 biologische BSc-Studiengänge und über 600 biologische MSc-Studiengänge verzeichnet der VBIO in seinen Online-Studienführern www.bachelor-bio.de und www.master-bio.de. Das verwirrt nicht nur die Studierenden, es festigt den Eindruck, dass es eine Biologie eigentlich nicht mehr gibt. Naturwissenschaftliche Fakultäten werden in Zukunft vermutlich unter Chemie, Physik und „Naturwissenschaftler, anderweitig nicht genannt“ firmieren. Dies sind übrigens die Bezeichnungen, unter denen die Agentur für Arbeit schon heute statistische Angaben zu Beschäftigungszahlen und Arbeitsmarkttrends macht.

Kaum ein Fach wird von außen so mit zusätzlichen Aufgaben beladen wie die Biologie: Bioethik, Biosicherheit, Bioökonomie, Biopolitik, und so weiter. Keine Frage, diese Aspekte sind von großer Bedeutung und liegen im Aufgabenbereich der Biowissenschaftler – sie sollten aber nicht vor der biowissenschaftlichen Arbeit zur Hauptaufgabe werden. Als ein führender Didaktiker die Biologie als „Brückendisziplin zwischen Geistes- und Naturwissenschaften“ bezeichnete, blieb dies nahezu unwidersprochen, zeigte aber erschreckend deutlich die Tendenz, die Biowissenschaften als „weiche Naturwissenschaft“ darzustellen.

Auch wenn es noch ein weiter Weg ist: Die intradisziplinäre Forschung und Entwicklung wird an Bedeutung gewinnen und zur gegenseitigen Wertschätzung der Fachdisziplinen beitragen – und damit schließlich auch zur Bildung einer biowissenschaftlichen Community.

Die Diversifizierung der Chemie und Physik ist zwar ebenfalls groß, doch hat sie sich innerhalb der Berufsgruppe, vor allem aber innerhalb gemeinsamer Strukturen vollzogen. Seit 1845 gibt es eine Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) und seit 1867 eine Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh). Beide haben viele Untergliederungen, die aber innerhalb der Verbände entstanden sind.

Bei den Biologen war das anders: 1882 gründete sich die Deutsche Botanische Gesellschaft (DBG), 1890 die Deutsche Zoologische Gesellschaft (DZG), viele andere Fachgesellschaften folgten. Der erste allgemeine Biologenverband (VdBiol) wurde 1954 gegründet, aber da war es bereits fast zu spät: die einzelnen Fachgesellschaften hatten sich etabliert und Wege gefunden, ihre speziellen Interessen zu vertreten. In einem Zusammenschluss biologischer Gesellschaften sahen sie eher eine Schwächung ihrer eigenen Ziele als eine Stärkung durch gemeinsames Auftreten. 2007 wurde schließlich der VBIO gegründet, ein Verband aus ca. 30 Fachgesellschaften und etwa 5.000 Einzelmitgliedern des ehemaligen VdBiol. Das Ziel war und ist, die ganze Breite der Biologie in einer Art „Wiedervereinigung“ unter einem Dach zu versammeln.

Nach wie vor gestaltet sich das schwierig. Mehr als 100 Jahre lang haben sich die verschiedenen Disziplinen separat und unabhängig entwickelt. Die Kommunikation war eingeschränkt, weil die Spezialisten in ihren eigenen Fachgesellschaften unter sich blieben. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass es bei Biowissenschaftlern heute wenig Tradition gibt, fachübergreifende Konferenzen zu besuchen.

Sicherlich gibt es einige „überzeugte Biologen“, auch unter den hochspezialisierten Fachleuten. Aber der Biotechnologe, der sich nebenbei mit Biodiversität beschäftigt, oder der Taxonom, der sich für Chromatinstrukturen interessiert, sind selten – obwohl die „holistische Biologie“, der Überblick über die gesamte Disziplin, immer wichtiger wird.

Die „Alten“ zu überzeugen ist möglich, aber mühsam. Deshalb ist es wichtig, den Nachwuchs zu packen. Die grundständigen Studiengänge müssen eine „Allgemeine Biologie“ enthalten, um die nachfolgende Spezialisierung überhaupt einordnen zu können. Gerade bei hochmotivierten Studienanfängern stößt die Breite der biologischen Teildisziplinen auf Begeisterung, und die Zusammenhänge zwischen Ökologie, Molekularbiologie, Biochemie und Taxonomie lassen sich vermitteln. Hier besteht die Chance Biologen-Communities zu etablieren, die fachübergreifend arbeiten und nicht die Gemeinsamkeiten der biologischen Fachdisziplinen vergessen. Der VBIO hat mit den VBIO-Start-Gruppen dazu angeregt. Die fachspezifischen Nachwuchsgruppen, die bisher von der GBM und der GfG eingerichtet wurden, stehen dabei nicht in Konkurrenz. An „meiner“ Universität Kassel arbeiten alle drei Gruppen sehr produktiv zusammen. Es wäre wünschenswert, weitere studentische Initiativen aus Zoologie, Botanik, Mikrobiologie und anderen zu integrieren.

Die „Biodiversität der Biologen“ ist ihr Problem und ihre Stärke: eine Spezialisierung ist erforderlich – die Spezialisten müssen sich jedoch auch gegenseitig respektieren, um gemeinsam ein Verständnis für die Biologie zu erreichen. Die gegenseitige Wertschätzung geht einher mit Anerkennung und Würdigung der Biologie in Öffentlichkeit und Politik.

Wenn weder die Wissenschaftler selbst, noch die Öffentlichkeit, die Medien oder gar Politik und Gesellschaft ein einheitliches Bild der Biologen haben, ist dann der Begriff oder gar der Berufsstand überhaupt noch zeitgemäß? Die Antwort ist ein klares „Ja“. Die Biowissenschaften sind als Wissenschaft des Lebendigen eine, wenn auch sehr vielfältige und komplexe Einheit. Dem Ziel, Leben zu verstehen, kann man in Einzeldisziplinen näher kommen – ein Gesamtbild, auch wenn es unvollständig ist, kann sich nur aus dem Zusammenspiel der Disziplinen ergeben.

Und welche überzeugende Interessenvertretung wäre es, wenn es gelänge, die etwa 120.000 Biologen in Deutschland „unter einen Hut“ zu bekommen? Immerhin, auf mehr als 30.000 Biowissenschaftler kann sich der VBIO derzeit berufen. VBIO-Mitglieder kommen aus dem universitären Bereich, den Großforschungseinrichtungen und der Industrie, darunter sind Lehrer, Didaktiker, Freiberufler – und alle haben spezifische Interessen. Dennoch müssen sie sich alle auf die gemeinsamen Wurzeln und die gemeinsamen Zukunftsziele besinnen, um in Politik und Gesellschaft etwas erreichen zu können. Vor allem müssen sie das Vertrauen der Gesellschaft zurückgewinnen und sie an den Entdeckungen und Entwicklungen der Biologie teilhaben lassen. Nur so kann ein wissensbasierter Dialog gelingen. Und das wiederum kann nur ein großer Verbund aller Biologen erreichen.

Wolfgang Nellen ist Präsident des Verbandes Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin (VBIO) und Professor für Genetik an der Universität Kassel.


Letzte Änderungen: 11.07.2014

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