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Folge 10: Die schlimmen Finger von Freudenstadt




Freitag, 12. April 1998, 23:30, Institut für Zoophysiolotterie, Freudenstadt.

Der junge Professor Waldfried K. reinigt wie jeden Freitagabend das Terrarium seiner Lieblingsschlange Elsa, einer hochgiftigen Gabunviper. Leider erhält er statt des sonst üblichen Gutenachtkusses durch das dicke Glas diesmal einen Biß in den rechten Mittelfinger. Prof. K: Die Antiseren lagern im Keller. Sie zu holen hätte mich lebenswichtige Minuten gekostet. So blieb mir nur die sofortige Amputation des gebissenen Gliedes mit meinem antiken Brieföffner. Das Schlimmste dabei war EIsas spöttischer Blick: Du traust Dich ja doch nicht!“, schien er zu sagen. Eine harte Prüfung für unsere Beziehung!“. Nach vollbrachter Tat steckte er den Finger erstmal in flüssigen Stickstoff, in der Hoffnung, man könnte ihn nach Antiserumentgiftung vielleicht. wieder annähen. In die Notaufnahme der Chirurgie habe ich mich nicht getraut. Da tun am Wochenende doch nur Idioten Dienst!“ Montag, 15. April 1998, 10:31, Institut für Zoophysiolotterie, Freudenstadt. Als die blutjunge TA Hilda Spitzmacher die Räume der AG Wurmforschung aufschließt erlebt sie den wahren Horror. Es wimmelte von diesen weißlichen Dingern. Sie kamen sofort auf mich zugekrochen.“ Die sofort herbeigerufene Polizei konstatierte später: Eine Art Fingerwurm oder so” und schloß eine Straftat nicht aus. Als dringend tatverdächtig sitzt der alternde Doktorand Richard S. in U-Haft. Sein Kommentar: Ich wollte doch nur unsere heimische Regenwurmart mit der australischen Riesenart Megascolides hybridisieren. Die Lieferung aus Sidney war seit Monaten überfällig. Also durchstöberte ich nocheinmal meine tiefgefrorenen Zellvorräte, und fand wie durch ein Wunder dieses letzte Megascolides-Stück. Etwas verschrumpelt, aber dafür ein Kopfsegment! Ich habe mich gleich an die Arbeit gemacht und den Hybridzellen noch mein selbstentwickeltes Turbomedium in die Petrischaten gekippt. Die waren heute Morgen alle leer, der Brutschrank verwüstet.“ Richard S. droht nun ein Verfahren wegen verbotenen Experimentierens mit menschlichem Gewebe. Das zwischen den Wurmfingern“ und dem Finger des Professors ein direkter Zusammenhang besteht, bezweifelt im Institut niemand. Gewisse Eigenheiten der Dinger seien zu eindeutig hängen sie doch gerne in kaltem Kaffee, suchen Schutz in Nasenlöchern und belästigen die weiblichen Institutsangehörigen. Die Ermittlungen laufen noch.

Henning-Schultze



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