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Was uns aufrecht hält

Zitationsvergleich 2002 bis 2005: Knochen-, Knorpel- und Bindegewebsforschung
von Lara Winckler, Laborjournal 11/2008


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Knochen-, Knorpel- und Bindegewebsforschung
©iStockphoto/Peter Galbraith

Die deutschsprachige Stützgewebeforschung legtte sich in den Jahren 2002 bis 2005 nicht auf einen Themenschwerpunkt fest. Angesichts der Multidisziplinarität vor allem der Bindegewebsforschung wäre das auch kaum möglich. Dennoch gibt es einige Foki - Osteoporose etwa, und Knochenkrebs - denen die Community durch hohe Zitierungen Achtung zollt. Das Städte-Ranking zeigt Ballungen in Wien und Berlin, die Schweiz schickt gleich drei starke Städte ins Rennen.

Knochen-, Knorpel- und Bindegewebsforschung ist ein wahrhaft multidisziplinäres Fach. Zwar bleibt die Knochen- und Knorpelforschung in dieser Hinsicht noch recht überschaubar, Bindegewebe dagegen - das kann fast alles sein. Knochen, Knorpel und Bindegewebe sind die Stützstrukturen unseres Körpers. So weit so gut. Zudem gehen alle drei aus dem embryo-nalen Bindegewebe, dem Mesenchym, hervor.

Hier endet die klare Angrenzung aber auch schon. Bindegewebe findet sich überall im Körper. wikipedia weiß dazu: "Das Bindegewebe ist ein aus Zellen und Zwischenzellsubstanz (extrazelluläre Matrix) bestehendes Grundgewebe des Binde- und Stützgewebes. Das am weitesten verbreitete Bindegewebe nach der Geburt ist das kollagene Bindegewebe in seinen verschiedenen Formen, weitere Formen sind das elastische, das retikuläre und das spinozelluläre Bindegewebe." Nicht vergessen werden soll hier die Basalmembran, die das Bindegewebe von benachbarten Zellen abgrenzt, und diesen gleichzeitig als Verankerung dient. Anker sind zum Beispiel Integrine oder Laminine - Proteine, die auch eine wichtige Rolle bei der Signaltransduktion und der Steuerung zahlreicher Zell- und Entwicklungsprozessen spielen.

Aus entsprechend vielen Richtungen kommen die Bindegewebsforscher geströmt. Hier treffen sich Molekularbiologen und Pathologen mit Krebsforschern und Radiologen, Chirurgen dürfen ebensowenig fehlen wie Orthopäden, und auch Biochemiker und Anatomen finden ihre Nische. Aus diesem Vergleich ausgegrenzt wurde die Rheumatologen, die vor kurzem schon ihre eigene Publikationsanalyse hatten (Laborjournal 5/2007).


Abgrenzungsprobleme

Knochen- und Knorpelforscher sind bei dieser Auffächerung recht einfach aufzuspüren. Zu ihnen gehört zum Beispiel die Arbeitsgruppe um Reinhold Ganz (4.) an der Orthopädie der Uni Bern, die Knochenbrüche und Knorpel-Verletzungen erforscht. Auch die Gruppe um Peter Fratzl (6.) am MPI für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam zählt zu dieser Kategorie, wenn auch in anderem Maßstab: Die Wissenschaftler interessieren sich nicht nur für das menschliche Skelett, sie schauen auch marinen Schwämmen wie Euplectella genau aufs Silikatgerüst, von Bäumen ganz zu schweigen - ihr Fokus liegt eben auf Stützstrukturen in jeder Form.

Bindegewebsforscher sind sehr vielseitig. Jürgen Engel (11.) vom Biozentrum Basel etwa hat sein Augenmerk auf der Extrazellulären Matrix, ihren Wechselwirkungen etwa mit Knorpel und ihrer molekularen Struktur. Cord Brakebusch (12.) und seine Kollegin Takako Sasaki (13.) erfoschen die regulatorschen Aufgaben von Integrin und Kollagen, zum Beispiel bei der Wundheilung, und ihre Interaktionen mit Fibroblasten.

Der Erstplatzierte Erwin Wagner vom Wien Institut für Molekulare Pathologe nimmt eine Sonderstellung ein. Er ist ein ausgewiesener Tumorforscher und Entwicklungsbiologe. Doch hat er in seinem Portfolio eine ganze Reihe Artikel zur Steuerung der Knochenzell-Differenzierung und Knochenhomöostase, von denen es drei unter die zehn meistzitierten Artikel geschafft haben.


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Letzte Änderungen: 29.12.2008


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