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Auf Herz und Gehirn geprüft

Zitationsvergleich 2003 bis 2006: Physiologie
von Lara Winckler, Laborjournal 11/2009


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Bild: Fotolia/Jeffrey Collingwood, Sebastian Kaulitzki

Die kardiovaskulären Physio­logen übernehmen langsam aber sicher das Feld, die Neuro­physiologen haben sie bereits eingeholt. Zwei mitgliederstarke Arbeitsgruppen aus Tübingen und Frankfurt beherrschen die Physiologie 2003 bis 2006.

„Die Physiologie ist die Lehre von den physikalischen, biochemischen und informationsverarbeitenden Funktionen von Lebewesen“, erklärt wikipedia in gewohnt trockener Form.

Etwas blumiger umschrieben ist die Disziplin auf der Homepage des Max-Planck-Instituts für Molekulare Physiologie in Dortmund: „Jede Minute, jede Sekunde sorgen Billionen von Zellen in einem feinorchestrierten Konzert chemischer Prozesse dafür, dass wir sehen und gehen, fühlen und denken, Krankheiten abwehren und uns fortpflanzen können. Wie schaffen es die unzähligen Moleküle in den Körperzellen, ihre Arbeit so perfekt zu organisieren? Und: Wie können Fehlfunktionen in einzelnen Genen oder Proteinen dazu führen, dass schwere Krankheiten wie Krebs entstehen?“


Aufgeholt

Physiologen erforschen die Dynamik biologischer Vorgänge und deren kausale Zusammenhänge, Pathophysiologen die krankhaften Veränderungen. So vielfältig wie die Biologie sind auch die physiologischen Forschungsthemen. Die meisten deutschsprachigen Physiologen der Jahre 2003 bis 2006 rekrutieren sich jedoch aus der Neurobiologie – die Neurophysiologen untersuchen etwa die Grundlagen der Nervenerregung und die Signalübertragung zwischen Nervenzellen – sowie der Herz-Kreislauf- und Nierenphysiologe. Die Übergänge zwischen Letzteren sind jedoch fließend, die Themen der Herz- und Nierenforscher überlappen häufig.

In diesem Vergleich halten sich Neuro- und Herz-Kreislauf-Phyiologen in etwa die Waage, der Trend der letzten Jahre setzt sich fort: die „Neuros“ haben nicht mehr die Oberhand. Unter den Top 50 sind 16 Neurophysiologen, die sich mit 15 kardiovaskulären Physiologen messen. Außerdem gibt es in diesem Vergleich eine große Gruppe von „vegetativen Physiologen“ um Florian Lang (1.), Institut für Physiologie Tübingen. Lang untersucht unter anderem die Apoptose in Erythrozyten, die Regulation von Ionenkanälen sowie die Wirt-Pathogen-Interaktion.

Unter den Top 10 dominieren die „Kardios“ und Nierenphysiologen, nicht zuletzt dank der fünfköpfigen Frankfurter Gruppe um den damaligen, 2007 verstorbenen Direktor des Instituts für Kardiovaskuläre Physiologie, Rudi Busse (3.).

Auch bei den meistzitierten Artikeln und Reviews können die „Kardios“ einen knappen Vorsprung von 7 : 6 verbuchen; die beiden ersten Plätze der meistzitierten Paper teilen sich die beiden Physiologenstämme: Jürgen Hescheler (9.) und Bernd Fleischmann (17.) brachten eine Originalarbeit auf den ersten Platz, der „Neuro“ Andreas Draguhn, Physiologie und Pathophysiologie Heidelberg, ein Review.

Aufgrund der späten Einsicht, dass Physiologische Chemiker nicht zu den Physiologen zu zählen sind, gibt es in dieser Publikationsanalyse ein paar Änderungen im Vergleich zur gedruckten Version: Alle bis auf die ersten drei Plätze sind aufgestiegen und acht Forscher, ab Tibor Ziegelhoeffer (44.), sind neu hinzugekommen.


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Letzte Änderungen: 23.11.2009


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