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Anpfiff im Labor

Erlebnisse einer TA (25)

Annette Tietz


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Die TA

Auch schon im Fußballfieber? Bald geht’s wieder los mit der EM und Deutschland färbt sich schwarz-rot-gold. Olé olé, Deutschland wappnet sich für den Fußballsommer. Wenn man sich näher mit dem Thema Fußball, Teamwork, Mannschaft, Trainingslager, Teambesetzung, Trainer und so weiter auseinandersetzt, kommt einem so einiges bekannt vor:

Paralleluniversum Labor

Schaut man sich mal im Labor um, erkennt man einige Parallelen: Da wäre als erstes der Chef (= Trainer). Der sitzt irgendwo außerhalb in seinem sicheren Unterstand, geschützt vor allen Widrigkeiten wie auslaufenden Ethanolspritzflaschen (= Regen), herumfliegenden Tubes (= Fan-Geschosse) oder Anrufen von Vertretern (= Schmähgesänge). Er sagt wo es langgeht, kennt sich aus und hat vor allem (Sie ahnen es schon) immer Recht.

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Dann gibt es die Arbeitsgruppe (= Spieler) – je nach Taktik in Sturm, Mittelfeld, Abwehr und Tormann aufgeteilt. Im Sturm spielen die Postdocs. Ihre Aufgabe ist es, möglichst viele Paper (= Tore) zu erzielen. Angewiesen sind sie natürlich auf die Steilvorlagen der TAs (= Mittelfeld) sowie der Doktoranden und Diplomanden.

Die Abwehr wird von allen gemeinsam übernommen, wir sind ja schließlich vielseitig einsetzbar. Zu den Aufgaben der Abwehr gehört unter anderem, die Augen offen zu halten, ob eine andere Arbeitsgruppe zum gleichen Thema veröffentlichen will (= gegnerische Mannschaft bereitet einen Angriff vor).

Wird ein Paper akzeptiert (= Tor!), sollte sich also folgendes Bild ergeben: Die Arbeitsgruppe fällt sich in die Arme, sie kullern über den Boden und tragen den Erstautor huckepack durchs Labor. Naja, immerhin stoßen wir gesittet mit Sekt oder Ähnlichem auf das Ereignis an. Auch habe ich noch nicht erlebt, dass der Chef mit in die Luft erhobenen Armen durchs den Abteilungsflur rennt und „Ja, ja, ja“ ruft. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Wenn ein Spieler während des Spiels ausgewechselt wird, würde das in etwa dem entsprechen, dass ein Doktorand/Diplomand sein Projekt an jemanden neuen übergeben muss, da sein Vertrag ausgelaufen ist oder man erwartet, dass der Neue frischen Wind hineinbringen kann. Auch hierbei habe ich selten gesehen, dass der ausgewechselte von allen anderen abgeklatscht, gelobt oder getröstet wird. Wäre aber doch mal ne nette Geste, oder?

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Und dann wäre da noch das Ding mit der Taktik, wie das Spiel zu gewinnen ist. Und wo verinnerlichen die Spieler das? Sie dürfen alle zusammen in ein Trainingslager fahren! Warum also nicht auch für uns so eine Art Trainingslager auf Malle einführen… Alle sitzen zusammen, diskutieren tagsüber die Forschung und begießen sie am Abend. Offiziell wird das „Vorbereitung auf bevorstehende Aufgaben“ genannt. Ja, das klingt doch gut.

Forscher am Boden

Das schönste am Fußball sind die Schwalben: Da wälzen sich gestählte Männer auf nassem Rasen, fassen sich an den Knöchel und jammern, als ginge es um ihr Leben. Okay, es sind Männer, vielleicht denken sie ja wirklich, es gehe um ihr Leben...

Wie sähe das im Labor aus? Etwas befremdlich wäre es schon, wenn sich ein Wissenschaftler plötzlich auf den Abteilungsflur wirft und jammert, dass der Kollege genau eine Stunde vor ihm das spannende Ergebnis entdeckt hat und ihm armen Tropf jetzt das Karriereende droht.

Vielleicht sollten wir trotz aller komischen Vorstellungen in den nächsten Wochen tatsächlich mal ein bisschen mehr Fußball in unser Leben lassen. Es muss ja nicht unbedingt damit enden, dass wir uns alle zusammen morgens im Labor treffen, einen Kreis bilden und uns Zuspruch zurufen. Oder – im schlimmsten Fall – am Ende des Tages unsere Laborkittel untereinander austauschen und alle zusammen duschen gehen...

In diesem Sinne: eine schöne Fußballzeit und immer dran denken: „Mailand oder Madrid – Hauptsache Italien“ (Zitat: Andreas Möller).



Letzte Änderungen: 01.08.2018


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