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Die Anti-TA

Erlebnisse einer TA (137)

Maike Ruprecht


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Die TA

Als Allererstes verschlafe ich mal, aber so richtig!

Gegen 10:30 Uhr trudle ich schließlich im Labor ein und trinke erstmal eine große Tasse Kaffee – der Weg hierher war schließlich anstrengend.

Auf meinem Schreibtisch liegen die üblichen Zettel. Ganz oben: „Kannst du meine Bakterien-Pellets aus dem -20°C-Schrank holen, damit die schon mal auftauen können?“

Nö, keine Lust. Ist aber sowieso egal, da die Doktorandin eben leibhaftig zur Tür reinkommt. „Hast du meinen Zettel gelesen?“, fragt sie in vollem Vertrauen auf mein ansonsten übliches frühes Erscheinen.

„Nö, ich hab verschlafen!“

Ein Masterstudent kommt herein:

„Wir haben überhaupt keine 2-ml-Eppis mehr. Kannst du schnell welche bestellen?“

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„Sollen doch die anderen...“

„Bestelltag ist morgen“, antworte ich.

„Aber ich brauche die ganz dringend. Kannst du nicht ausnahmsweise...“

„Ausnahmen sind heute nicht im Angebot“, erwidere ich und lasse ihn stehen. Sollen sie halt daran denken, mir Bescheid zu geben, sobald der letzte Kasten aus dem Lager genommen wird.

Von meinen Gesprächen erschöpft, mache ich erstmal Mittagspause. So etwa zwei Stunden lang.

Wieder zurück im Labor steckt ein Doktorand aus dem Nachbarlabor seinen Kopf durch die Tür:

„Die Pforte hat eben bei uns angerufen, dort wurde ein Paket abgegeben.“

Ich schaue ihn an, als hätte er schwedisch gesprochen.

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„Na und?“

„Holst du es ab? Ist für dich.“

„Nö, da steht nur mein Name drauf. Bestellt habe ich es für Fridolin.“

„Aber der ist gerade im Gewächshaus.“

„Tja, dann sollte er sich besser mal beeilen.“

Ich drängele mich an ihm und seinem überraschten Gesicht vorbei. Muss jetzt Puffer ansetzen. Zwei Gebinde mache ich leer und stelle sie danach akkurat ins Regal zurück. Ist doch nicht mein Problem, wenn der nächste Kollege mehr als sechs Krümel braucht.

Während meine Puffersubstanzen sich allmählich im Wasser auflösen, entrümpele ich den -80°C-Schrank. Das geht erstaunlich schnell. Faszinierend, wie viel man entsorgt, wenn man endlich mal ohne Gewissensbisse alles angealterte Zeug rausschmeißt.

Über den Nachmittag verteilt erledige ich noch ein paar Kleinigkeiten und schreibe Protokoll. Ein bisschen! Stress ist schließlich ungesund.

Dem ganzen S1-Müll im Autoklavenraum schenke ich nicht die geringste Beachtung, da soll sich nächste Woche meine Kollegin drum kümmern. Ebenso um die Pakete, die ab dem frühen Mittag eintreffen und die die Lieferanten natürlich erstmal mir andrehen wollen. Was soll ich mit dem ganzen Zeug? Brauche ich das etwa?

Lieber mache ich noch ein Experiment im Zentrifugenraum, saue dabei mit meinen pürierten Erbsenpflanzen den ganzen Tisch zu, spüle die Pflanzenreste in den Abfluss, der natürlich prompt verstopft. Was soll‘s, wird schon irgendjemand putzen.

Obwohl ich so spät gekommen bin, mache ich natürlich pünktlich Feierabend. Wegen Work-Life-Balance und so. Das habe ich mir verdient.



Letzte Änderungen: 08.05.2020


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