Tipp 110:
Sicherer Zugriff auf Datenbanken im Intranet


Jeder, der sich mit Computern und Browsern beschäftigt, kennt das Problem der allmählichen "Verseuchung" von Rechnern. Betroffene Computer geben Suchergebnisse verfälscht wieder oder die Dateneingabe ist im schlimmsten Fall nicht mehr möglich. Bei Rechnern, die über ein Intranet, zum Beispiel an einem Forschungsinstitut, vernetzt sind hat man zudem das Problem des "Travelling Users". Das heißt, dass wechselnde Anwender den gleichen Rechner bedienen.

Das war der Ausgangspunkt für die Entwicklung des Systems "Gecko Bravo 3", das von jedem Rechner aus einen verlässlichen und sicheren Zugriff auf Datenbanken im Intranet bieten sollte. Gecko Bravo 3 ist speziell für Informationskioske in Kliniken und für temporäre Studentenarbeitsplätze geeignet. Aber auch für den wissenschaftlichen Einsatz. Im Prinzip ist Gecko Bravo 3 ein Internetcafé-Rechner mit wissenschaftlichen Funktionen.

Vorgabe war, dass folgende Anwendungen sicher und verlässlich laufen: Ein Internet-Browser (Mozilla, oder ein anderer Browser), Citrix Anwendungen und die Dateneingabe für das in Laborjournal 10/2006 vorgestellte UID-Projekt.

Um das zu erreichen, musste speziell der Browser Javascript- und Java-fähig sein. Ohne Javascript funktionieren Auskunftssysteme wie "Gestis" nicht. Das Programm "Citrix" ist schließlich nötig um Microsoft Anwendungen, etwa MS Office darstellen zu können.

Die Lösung des Problems kam in Form einer Knoppix CD, die 2003 der Zeitschrift c't aus Anlass eines Linux Tages beilag. Die Knoppix-CD enthält eine Zusammenstellung von Linux Software, die komplett von CD startet. Gleichzeitig ist auch der Webbrowser "Mozilla" mit aktiviertem Javascript und Java mit auf der CD. Wir mussten die Knoppix-CD nur noch auf unsere Belange zuschneiden. Das Resultat sieht dann so aus:

Der Standardbrowser öffnet sich direkt beim Laden des Programms und die institutsüblichen Favoriten und die Standardseite erscheinen. Das Programm stellt eine Umgebung für die Darstellung der Standardstatistik-Programme SAS und SPSS zur Verfügung (Tatsächlich sind die so präparierten Rechner in der Lage, SAS, das auf den Hauptrechnern zur Verfügung steht, darzustellen). Darüberhinaus existiert eine USB-Unterstützung für Drucker und Open Office als Office-Programm.

Die Software-Unterstützung ist auf das wesentliche reduziert. Es gilt die Devise: nach Benutzen Strom abschalten! Danach befindet sich der Rechner wieder im Ursprungszustand. Die Verseuchung mit Computerviren ist ausgeschlossen. Wenn etwas gesichert werden muss, kann man dies entweder in der privaten Mail oder auf einem Stick tun. Die Firma IPM Köln entwickelte einen Konfigurator für das Knoppix-System mit Schwerpunkt auf Stabilität und Verlässlichkeit. Zugleich konfiguriert IPM die PCs auf Bestellung. Wir benutzen auf den Stationen zum Teil ausgemusterte Rechner - Knoppix und Gecko Bravo 3 schonen also sowohl die Umwelt als auch das Institutsbudget.

Zunächst dachten wir, dass die Benutzer die Rechner wegen des ungewohnten Betriebssystems meiden würden. Doch die rege Nachfrage nach solchen Rechnern belehrte uns eines Besseren. Das Konzept nutzen wir auch bei Endgeräten für das in Laborjournal 10/2006 vorgestellte UID-Programm und in einem Pilotprojekt an der Charité Berlin, für die Auswertung von Elektro-Enzephalographien (EEG) und deren Visualisierung.

Matthias Faix
skype a1594656

Informationszentrale gegen Vergiftungen der Universität Bonn/ Klinik und
Hochschulambulanz für Psychiatrie und Psychotherapie, Charité Berlin

http://gecko.bitclix.de (Bilder und Beispiele zu Gecko Bravo 3)
http://www.knopper.net/knoppix/
www.ipm-koeln.de





Letzte Änderungen: 08.01.2007


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