Tipp 123:
Hingucker statt Wegklicker


Trick 122_01
Erklärt, wie Wissenschaftler mit einfachen Mitteln ihre eigene Webseite erstellen können: Daniel Wicke

Webseiten von Wissenschaftlern ähneln oft einem undurchdringlichen Dschungel. Nur mühsam findet man darin den Weg zu den wichtigen Informationen. Dabei ist es gar nicht so schwer, eine klar strukturierte und ansprechende Webseite auf die Beine zu stellen.


Erstellen der eigenen Webseite

DNA hat einiges mit der Programmiersprache HTML gemein:
  • DNA ist der Code für alles Leben auf der Erde. HTML ist der Code für alles Leben im World Wide Web.
  • Wenn DNA sich während der Mitose teilt und verdoppelt, entsteht eine gleiche Kopie, ein Klon.
  • Wenn eine Internetseite aufgerufen wird, verdoppelt sich der Code und wird als Kopie auf den Computer überspielt, der diese Informationen angefordert hat; ein Klon ist entstanden.
  • Wenn in einer Zelle die DNA beschädigt, also der Code umgeschrieben oder zerstört wird, kann dies das Ende der Zelle bedeuten.
  • Wenn in einem HTML-Dokument der Code geändert wird, kann dies das Darstellen der Webseite unmöglich machen.
Biologie und das World Wide Web sind also durchaus miteinander verbunden. Das World Wide Web ist unersetzlich für die wissenschaftliche Forschung. Jeder Wissenschaftler nutzt das Internet täglich für Literaturrecherche, biologische Datenbanken oder um E-Mails zu verschicken. Um das Surfen im Internet für die Besucher einer Webseite so einfach wie möglich zu machen, sollte man einige wichtige Dinge beachten (siehe dazu auch Lab Times 3/2008). Die Forschung tritt immer mehr ins Licht der Öffentlichkeit, deshalb ist es wichtig, dass Webseiten sowohl für Wissenschaftler als auch für interessierte Laien Informationen bieten. Für gestandene Wissenschaftler ist die Webseite die virtuelle Visitenkarte. Für Studenten und Postdocs auf der Suche nach neuen Arbeitgebern ist das Internet eine wichtige Informationsplattform. Umso wichtiger ist es, seine Seite aktuell, informativ und funktional im World Wide Web zu präsentieren. Für einen ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance!

Die Computersprache HTML (Hypertext Markup Language) ist der Grundbaustein einer Internetseite. Mit ihr definiert der Webdesigner, wie groß eine Seite ist, wie sie aussieht und was sie enthält. HTML stellt sozusagen das Skelett der Seite dar. Um dieses mit Muskeln, Sehnen und Nerven zu füllen benötigt man weitere Codes wie zum Beispiel Cascading Style Sheets (CSS) oder JavaScript. CSS bestimmt das Aussehen der Seite, zum Beispiel die Hintergrundfarbe und die Farbe des Textes, die Schriftgröße und den Textstil. JavaScript sind kleine Programme die zum Beispiel den automatischen Bildwechsel, E-Mail-Schutz gegen Spam-Mails oder die automatische Datumsanzeige steuern. Das Grundgerüst in HTML kann man sich als Tabelle vorstellen. Der Bildschirm wird in Zeilen und Spalten eingeteilt, aus denen dann einzelne Zellen entstehen. In jeder Zelle kann man unterschiedliche Dinge darstellen, zum Beispiel das Logo, den Schriftzug und den Text, den die Seite enthalten soll. Alles in allem kann man dies dann als Web 2.0 bezeichnen. Letzteres ist weniger eine "neue" Sprache als viel mehr eine neue Kombination aller Möglichkeiten.

Es gibt viele Programme für das Erstellen von Webseiten. Jedes hat seine Vor- und Nachteile. Selbst Programme wie Microsoft Word oder Power Point bieten Funktionen, mit denen man die Datei im HTML-Format speichern und daraus seine eigene Webseite erstellen kann. Alle diese Programme haben jedoch den großen Nachteil, dass man nie genau weiß, was sie tun, und sich ihr Quellcode nicht verändern lässt. Die Freiheitsgrade sind dadurch sehr eingeschränkt. Besser ist es, seine Webseite selbst zu programmieren oder programmieren zu lassen. Wer mit den Programmiersprachen Basic, Java und C ein wenig vertraut ist, oder vielleicht seine Diplomarbeit oder Dissertation in Latex geschrieben hat, sollte auch HTML schnell verstehen. Aber auch jeder andere kann sich HTML selbst beibringen. Auf der Webseite http://de.selfhtml.org/ finden Sie eine einfache und schnelle Anleitung für HTML.

Für das Design einer Webseite kann man jeden beliebigen Text-Editor verwenden. Man muss das Dokument lediglich als "meinewebseite.html" speichern, schon lässt es sich mit einem beliebigen Browser öffnen. Wer es eleganter haben möchte, kann für die Programmierung in HTML, CSS etc. spezielle Editoren verwenden. Diese enthalten Zusatzfunktionen, mit denen man zum Beispiel den programmierten Text farblich darstellen kann. So kann man schnell unterscheiden, ob auf der Seite ein HTML-Code oder ein Textkörper erscheinen soll. Darüber hinaus enthalten diese Editoren Korrekturprogramme, die automatisch nach Programmierfehlern suchen und Alternativen anbieten. Über so genannte FTP (File Transfer Protocol)-Programme kann man seine Seite dann auf einen Server aufspielen und diese über eine Domain abrufen.


Webdesign-Systeme für Programmiermuffel

Wer seine Webseite ohne Programmierarbeit zusammenbasteln und Texte oder Bilder auf der Webseite problemlos ändern will, sollte sich ein Content Management System (CMS) zulegen. Letztere haben zudem den Vorteil, dass verschiedene Mitarbeiter einer Gruppe an der Gestaltung der Webseite teilnehmen können. Das kann allerdings auch ein Nachteil sein. Wenn man die auf der Seite geposteten Dateien nicht ständig kontrolliert oder zu vielen Leuten Zugang auf die Webseite gewährt, kann alles mögliche auf der Seite erscheinen. Ohne Pflege durch einen erfahrenen Programmierer wird die Seite dann schnell unübersichtlich. Außerdem ist man als Inhaber für alle geposteten Texte und Bilder auf seiner Seite juristisch verantwortlich. CMS sind daher nur für große Webseiten, zum Beispiel von Universitäten oder Firmen, sinnvoll. Auch wer viel redaktionelle Arbeit in seine Homepage investiert, also täglich Texte und Dateien ändert, sollte über die Verwendung eines CMS nachdenken. Für eine ganz normale Arbeitsgruppen-Homepage reicht die alt bewährte Programmierung der Seite dagegen vollkommen aus.

Wenn die eigene Webseite endlich gestaltet und programmiert ist, sollte man die Browser-Kompatibilität der Seite überprüfen. In Deutschland sind Microsofts Internet Explorer und Mozillas Firefox die beliebtesten Webbrowser. Allerdings unterscheiden sich schon diese beiden bei der Auslegung und Darstellung von Webseiten. Deshalb ist es wichtig, die eigenen Seiten in verschiedenen Browsern anzuschauen. Am besten testet man verschiedene Browser-Versionen, da nicht jeder Internetnutzer immer die aktuellste Version auf seinem Computer installiert hat.


Regelmäßige Pflege

Halten Sie die Daten auf der eigenen Webseite immer aktuell und pflegen Sie die Seite regelmäßig. Für die einzelnen Webseiten sollten immer die gleichen Mitarbeiter verantwortlich sein. Nur so bleiben die Informationen interessant genug, um den Besucher dauerhaft an diese Seite (als für ihn relevante Informationsquelle) zu binden. Das heißt nicht, dass man täglich seine Seite ändern muss, aber alle ein bis drei Monate sollte man Neuerungen einpflegen.

Wenn man Ihre Webseite im Internet finden soll, müssen Sie sie bei einer Suchmaschine anmelden. Das machen Sie am Besten selbst, dann ist die Eintragung auch meist kostenlos. Es kann jedoch einige Wochen dauern, bis die Suchmaschine die Seite auch findet. Das Anmelden bei Diensten, die Ihre Seite kostenlos bei hunderten von Suchmaschinen eintragen, ist nicht zu empfehlen. Meist wird man danach mit Spam-Mails bombardiert. Selber eintragen ist immer sicherer.

Kurz noch ein paar wichtige rechtliche Dinge. Ihre Seite sollte in jedem Fall ein Impressum enthalten. Das ist in Deutschland Pflicht. Im Impressum muss eine Person als Verantwortlicher für die Seite aufgeführt werden, mit Namen, Postadresse und Telefon oder E-Mail-Adresse. Wenn kein Impressum vorhanden ist, kann dies rechtliche Konsequenzen für Sie haben. Auch ein Legal Disclaimer (Haftungsausschluss) sollte auf einer Webseite nicht fehlen. Mit diesem distanzieren Sie sich von allen Links, die von Ihrer Seite auf andere Webseiten verweisen. Texte und Bilder unterliegen im Internet einem Copyright. Sie sollten deshalb nicht einfach einen Legal Disclaimer kopieren, wenn Sie nicht die ausdrückliche Erlaubnis des Besitzers dafür haben.

Daniel Wicke


Letzte Änderungen: 05.06.2008


Impressum | Datenschutz | Haftungsausschluß

© 1996-2013 Laborjournal und f+r internet agentur, Freiburg