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In der Weihnachtsbäckerei

(11.12.2018) Ein Weihnachts-Cookie-Contest wirft im Labor viele Fragen auf. Denn es fehlen ganz eindeutig konkrete Keksback-Protokolle, findet unsere (andere) TA.
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Bin ich froh, dass die Planung der labor­inter­nen Weihnachtsfeier bei uns traditionell den Neuzugängen des Jahres obliegt. Es ist eine zutiefst undankbare Aufgabe, die ich beim besten Willen nicht übernehmen möchte. Man kann es nie allen recht machen, und auch kreative neue Ideen stoßen oft auf wenig Begeisterung.

Letztes Jahr wurde jedem Unterlabor ein Weihnachtslied zugelost, welches dann auf der Feier intoniert werden sollte. Unser Labor bekam das titelgebende, fröhliche Weihnachtslied von Rolf Zuckowski. Leider blieb uns der Sieg versagt. Wahrscheinlich war die Akustik schuld. An unserem lieblichen, engelsgleichen Gesang kann es jedenfalls nicht gelegen haben, zumal wir volle 15 geübt haben (die Einheit verschweige ich mal).

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Was erwartet uns wohl dieses Jahr? Hören wir einfach mal rein.

Setting: Drei Doktoranden, ein Masterstudent und eine TA befinden sich in der Küche. Einer der Doktoranden liest auf seinem Handy die soeben vom Weihnachts­organisations­komitee (WOK) versandte Mail mit den Details zur diesjährigen, in Planung befindlichen Weihnachtsfeier.

„Es gibt einen Cookie-Contest?“, schreit er plötzlich auf.

Mir gefällt die Idee. Ist mal was Neues. Wobei ich gerne vorher wüsste, wer in der Jury sitzen wird. Wenn derjenige Veganer ist, und ich backe mit Eiern, spuckt der doch mein Plätzchen gleich wieder aus, und ich bekomme eine superschlechte Bewertung, weil ich die Ausbeutung und den Missbrauch von Hühnern fördere.

Eine Doktorandin aus dem WOK betritt die Szene und sogleich stürmen Fragen auf sie ein:

„Wer sitzt in der Jury?“

„Was für Kekse müssen wir denn backen?“

„Wie viele Kekse sollen wir von jeder Sorte mitbringen?“, fragt ein Doktorand vom Sofa aus.

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Die Doktorandin verdreht genervt die Augen.

„So viele, wie auf ein Backblech passen.“

„Und wenn ich Konfekt machen will?“

Sie schaut ihn ungläubig an.

Irgendwie bezweifle auch ich, dass er das tatsächlich vorhatte. Seine Frage zielt bloß darauf ab, die Befragte zu nerven und erinnert mich an die skurrilen Spontanfragen, die bei Bewerbungsgesprächen dazu verwendet werden, die Bewerber aus der Komfortzone zu schubsen. Ihre Kreativität unter Stress zu testen und sie aus dem Konzept zu bringen.

Was hier nicht gelingt.

„Dann rechnest du einfach die Länge des Backblechs mal Menge der Konfektmasse und teilst das Ergebnis durch Pi“, kontert die Doktorandin.

Gute Antwort. Wäre ich Personalchefin und sie nicht schon beim WOK engagiert, hätte ich sie sofort eingestellt. Leider verlässt sie jetzt die Küche, offenbar entnervt von unseren Fragen.

Das ist bei uns Naturwissenschaftlern eben so. Wir wollen immer alles ganz genau wissen, brauchen klare Anweisungen. Hier zeigt sich einer der großen Unterschiede zum Kochhandwerk. Unpräzise Mengenangaben wie „Prise“, „Schluck“ oder „Messerspitze“ gibt es bei uns nicht. Wahrscheinlich, weil wir unsere Experimente hinterher nicht abschmecken. Bei uns müssen die Aromenverbindungen auf Anhieb gelingen.

Am nächsten Morgen verschickt das WOK folgende Mail:

Sehr geehrte Kollegen,

da bezüglich unserer gestrigen Bekanntmachung des diesjährigen Weihnachts-Cookie-Contests (im Folgenden WCC genannt) einige ungeklärte Fragen aufgetaucht sind, erläutern wir nun wie folgt:

Für den WCC wurden die Mitglieder der Arbeitsgruppe durch das Weihnachtsfeierorgani­sationskomitee (WOK) in fünf Untergruppen eingeteilt (Gruppeneinteilung s. Anhang). Jede Gruppe hat drei Schüsseln von je 15 cm x 15 cm x 8 cm Umfang, gefüllt mit jeweils einer Sorte Kekse zur Weihnachtsfeier mitzubringen. Gemäß des Deutschen Rechtschreib­dudens handelt es sich bei einem oder mehreren „Keksen“ um „trockenes, haltbares Kleingebäck“.

Die Auswahl der Kekssorte ist frei wählbar, es sind jedoch drei unterschiedliche Sorten Kekse beizubringen. Die Herstellung des Gebäcks muss eigenhändig erfolgen, darf jedoch an nahestehende Personen überantwortet werden, sofern die Übernahme des Backvor­gangs freiwillig erfolgt. Für die korrekte Deklaration ihres Gebäcks bezüglich verwendeter Allergene wie z.B. Nüsse ist jede Gruppe selbst verantwortlich. Der Zusatz illegaler Substanzen zwecks Verbesserung der Weihnachtsfeieratmosphäre ist nicht zulässig.

Wir freuen uns auf euch,

Das WOK

Mit diesem Cookie-Contest-Protokoll kann man doch arbeiten. Vielleicht gewinnen wir dieses Jahr sogar mal. Im Singen konnten wir zwar nicht brillieren, aber backen sollte doch gehen. Dauert schließlich auch nur 15. So viel zu präzisen Angaben.

Maike Ruprecht



Letzte Änderungen: 11.12.2018

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