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Alexa, wo sind meine Plasmide?

(12.12.2018) In welchem Freezer stecken nur die Epp-Cups mit den eingefrorenen Konstrukten von der letzten Klonierung? Vielleicht sollten Sie mal Alexa fragen.
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Sprachgesteuerte Benutzer-Schnittstellen wie Siri, Amazon Echo und Co. können viel mehr als bloß die aktuelle Uhrzeit oder die Wetterlage runterbeten und Wikipedia-Einträge vorlesen. Mit sogenannten „Smart Skills“ schaffen sie eine personalisierte Umgebung und sind weltweit bereits in Millionen von Haushalten im Einsatz. Warum nicht auch im Labor?

Genau das dachten sich auch der Molekular­biologe Helder Nakaya und sein Mitarbeiter Tiago Lubiana-Alves von der Abteilung für pharmazeutische Wissenschaften an der Universität von São Paulo, Brasilien. Die beiden entwickelten eine Science Family Suite, die verschiedene Labor-Anwendungen beziehungsweise Labor-Skills für den Sprachassis­tenten Alexa enthält.

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Mutti weiß alles

Zur Science Family gehören Science Mom, Science Grandma und Science Grandpa. Die Anwendung Science Mom weiß, wo sich Reagenzien und Geräte im Labor befinden, die in einer Google-Tabelle gelistet sind. Der Nutzer fragt Science Mom zum Beispiel: „Wo finde ich die Handschuhe?“ oder „In welchem Kühlschrank-Fach ist das Restriktionsenzym?“ und erhält prompt eine entsprechende Antwort von Alexa. Da die Tabelle mit allen Mitar­beitern eines Labors geteilt wird, kann jeder das Inventar bearbeiten und Alexa über den Standort eines Objekts informieren.

Science Grandma liest Protokolle laut vor. In die Anwendung ist eine benutzer­freundliche und umfangreiche Datenbank für Online-Protokolle integriert. Die Protokoll-IDs werden wie bei Science Mom in eine Google-Tabelle eingetragen und können mit einem benutzer­definierten Namen für die Sprachbefehle versehen werden, beispielsweise: „Beginne mit dem Lesen des RNA-Extraktionsprotokolls“, „Gehe zum nächsten Schritt“ oder „Gehe zu Schritt fünf“.

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Mit Opi zu PubMed

Science Grandpa ruft in PubMed gezielt Publikationen ab oder sucht Veröffentlichungen zu gewünschten Themen. Mit dem Befehl „Weiter“ kann man die von Alexa vorgelesenen Titel überspringen. Ein kurzes „Senden“ veranlasst den Sprach-Assistenten dazu, interessante Artikel an das E-Mail-Postfach zu schicken.

Das Open-Source-Tool der Brasilianer unterstützt die Mitarbeiter einer Gruppe bei der alltäglichen Organisation des Laborbetriebs und hilft dabei, Laborabläufe besser zu koordinieren. Um mit Alexa zu kommunizieren, muss man sich weder die Handschuhe ausziehen, das Laborbuch durchblättern noch an den PC setzen. Die Hardware, die nötig ist, um Alexas Science Skills zu nutzen, ist erschwinglich und da der Quellcode frei ist, können die Skills auch in andere Sprachen übersetzt werden.

Damit steht dem weltweiten Einsatz der Science Family und der Entwicklung hin zum Smart Lab nichts mehr im Weg. Das ist jedenfalls die Vision der Entwickler, die sich für die Zukunft auch komplexere Aufgaben für Alexa vorstellen können, etwa die Bestellung von neuen Labor-Reagenzien oder die Bedienung von Laborgeräten.

Miriam Colindres

Alves T. et al. (2018): Science Family skills: An Alexa assistant tailored for laboratory routine. BioRxiv, DOI: 10.1101/484147



Letzte Änderungen: 12.12.2018

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