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Karin Hollricher


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Buchbesprechung

Karin Hollricher


Thomas Bauer, Gerd Gigerenzer & Walter Krämer:
Warum dick nicht doof macht und Genmais nicht tötet.

Broschiert: 211 Seiten
Verlag: Campus Verlag; Auflage: 1 (14. August 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3593500302
ISBN-13: 978-3593500300
Preis: 17 Euro (broschiert), 15 Euro (eBook), 20 Euro (Audio-CD).

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Das bisschen Mathe...
Risiken und Nebenwirkungen der Unstatistik

Wer nicht mathematisch denkt, der verliert. Hilft dieses Buch beim Gewinnen?

In Deutschland trifft man viele Menschen, die es als „in“ empfinden, mit einem Mangel an mathematischem Verständnis zu kokettieren. „Mathe? Habe ich schon auf der Schule nicht verstanden“, sagen sie mit einem gewissen Stolz in der Stimme.

Denken ist anstrengend

Wie dumm ist das denn? Mathematik begegnet einem in vielen alltäglichen Dingen – beispielsweise in Zeitungen und Zeitschriften, in Radio, Fernsehen und online. Wer nicht wenigstens mathematische Grundlagen versteht und sich den Mühen des Nachdenkens unterzieht – ja, Denken ist sehr anstrengend – ist Falschmeldungen wie auch politisch oder anderweitig motivierten Manipulationsversuchen durch Daten, Grafiken, Studien und Statistiken völlig ausgeliefert. „Wer das nicht bedenkt, wird öfter mal schlechte Entscheidungen treffen, wo auch gute möglich sind“, warnte Christian Hesse, Mathematiker an der Universität Stuttgart, letztes Jahr in der Süddeutschen Zeitung. Wohl wahr.

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Umso besser, wenn es Autoren gibt, die versuchen, dem mathematisch weniger interessierten und/oder versierten Leser die Fallstricke von Statistiken und Studien zu erklären. Zu diesen Schreibern gehören der Bochumer Ökonom Thomas Bauer, der Dortmunder Statistiker Walter Krämer und der Berliner Psychologe Gerd Gigerenzer. Sie haben schon vor Jahren einen Analphabetismus im Umgang mit Risiken und Statistiken ausgemacht. Seit 2012 prämieren sie die haarsträubendsten Beispiele falsch interpretierter Daten allmonatlich in ihrer äußerst lesenswerten „Unstatistik des Monats“ (www.unstatistik.de).

In ihrem jüngsten Buch „Warum dick nicht doof macht und Genmais nicht tötet“ nimmt das Trio viele ihrer Unstatistik-Beispiele auf und erklärt, wie wir Humbug durchschauen, Wahrscheinlichkeiten korrekt erfassen, Grafiken richtig interpretieren. Dafür sezieren sie vermeintlich hoch dramatische Meldungen wie „Trockenobst ist giftig, Fast Food macht depressiv, Choleragefahr nimmt rasant zu, Polen sind fleißiger als Deutsche“ und erklären, warum diese Thesen völlig unsinnig sind. Nicht nur falsch war die Headline „Dick macht dumm“ sondern obendrein unverschämt. Dumm sind hier nur die Journalisten, die solchen Unfug ungeprüft verbreiten.


Aus der Vorlesung „Elementare Zahlentheorie für Grundschulstudierende“

Wer ist hier dumm?!

Das Buch liest sich sehr gut, der Inhalt ist aber nicht immer einfach zu verstehen. Die einfacheren Themen sind sicherlich, wie man mit Risiken und Prozenten umgeht, wie man Korrelation von Kausalität unterscheidet oder welche Probleme man mit der korrekten Zusammensetzung von Stichproben bei Umfragen haben kann. Komplizierter wird es mit der Interpretation von bedingten Wahrscheinlichkeiten.

Braucht der Biologe, der Biochemiker, der Mediziner ein solches Buch? Unbedingt! Denn auch unter den genannten Berufsvertretern ist bekanntermaßen Statistik-Analphabetismus nicht selten. Mit diesem Buch kann man ganz ohne Formeln begreifen, was ein Signifikanzwert tatsächlich aussagt und an welchen Mängeln alle epidemiologischen Beobachtungsstudien kranken. Die Rezensentin legt es daher auch den Mitarbeitern der Ärztezeitung ans Herz, die ebenso statistischen Blödsinn verzapfen wie die Journalisten der BILD-Zeitung – wobei sie von ersteren fundiertere Berichterstattung erwartet!

Statistischer Analphabetismus

Quintessenz: Hoffentlich findet das Buch reißenden Absatz. Mit vielen Beispielen dokumentieren die Autoren, wie elementar das Bauchgefühl bei der Schätzung von Risiken und Wahrscheinlichkeiten täuschen kann – am heftigsten hinters Licht geführt fühlte sich die Rezensentin vom Ziegenproblem. Die Erklärung im Buch wollte ihr einfach nicht einleuchten – erst mit einem Baumdiagrammm das sie im Internet fand, machte es endlich „klick“. Die Interpretation statistischer Daten lässt sich erlernen und man muss kein Statistikexperte sein, um die Fallstricke zu erkennen. Als eine Art „erste Hilfe“ geben die Autoren dem Leser dafür 10 Goldene Regeln mit auf den Weg.

Deren erste lautet, sich immer die folgende Frage zu stellen: „Wer hat die Statistik in Auftrag gegeben und was soll damit bezweckt werden?“ Und die letzte: „Erlauben Sie dem Zufall eine größere Rolle! Viele Muster, die wir zu erkennen glauben, sind gar keine: Sie verschwinden, wenn man das Ganze wiederholt.“

In diesem Sinne: Vermeiden Sie künftig statistische Risiken und Nebenwirkungen – lesen Sie dieses Buch!




Letzte Änderungen: 09.12.2014


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