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Namen sind Schall und Rauch

Was können Zitationsvergleiche ... nicht unbedingt?



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Eines weiß der aufgeklärte Forscher mittlerweile: Review-Artikel werden im Schnitt wesentlich häufiger zitiert als Original-Artikel. Logisch daher auch, dass reine Review-Journals im Schnitt höhere Impact-Faktoren haben als Zeitschriften, die vorwiegend Originalarbeiten abdrucken.

Nehmen wir zum Beispiel die Pharmacological Reviews: Seit einem guten Dutzend Jahren stand deren Impact Factor bei etwa 15, während das "beste" pharmakologische Journal für Originalarbeiten, Molecular Pharmacology, sich immer um IF 5 herum bewegte.

Wie gesagt, nicht ungewöhnlich. Doch plötzlich passierte was. Von einem Jahr auf das nächste schoss der IF der Pharmalogical Reviews völlig unerwartet hoch auf 25. Was war geschehen?

Nun hat man ja heutzutage Möglichkeiten, das genauer zu analysieren. Also rein in die Datenbank und die einzelnen Monate durchgeschaut: Der Januar war eigentlich wie gewohnt, die einzelnen Artikel in den zwei Folgejahren zwischen fünf- und dreißigmal zitiert; desgleichen im Februar, im März, im April, im Mai, im...- ha, sieh an, der Juni ist der Schuldige, fast jeder Artikel über hundertmal zitiert. Doch warum?
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Na ja, ein großes Geheimnis war es nicht, schon an den Titeln konnte man sehen, was Sache war: Die International Union of Pharmacology (IUPHAR) hatte das Heft quasi gebucht, um ein paar ausgewählte Leute Ordnung in die Namensgebungen gewisser Rezeptor-Familien bringen zu lassen. "Classification of cannabinoid receptors" hieß da zum Beispiel ein Artikel, "Update on Chemokine Receptor Nomenclature" der nächste. Und die Community nahm die Vorschläge offenbar gut an.

So gut, dass der Editor frohlocken konnte: "It is important to note that Pharmacological Reviews, in the most recent evaluation, had an impact factor of 25, the highest of all pharmacology publications. It is also noteworthy that the official IUPHAR nomenclature reports are among the most highly cited articles and contribute to the high impact of the journal."

Was letztlich zeigt, dass der Science Citation Index zwar zwischen Letters, Comments, Original- oder Review-Artikeln unterscheidet – vorausgesetzt man legt den richtigen Filter an –, aber mehr auch nicht.

Und demjenigen, der nach hohen Zitierzahlen möglichst ohne viel Aufwand trachtet, sei daher empfohlen: Geht in die Fachgesellschaften, und da am besten in die Komitees für Nomenklatur und Klassifikation. Insbesondere in der Medizin muss immer wieder neu- oder umbenannt sowie geordnet werden. Und der nächste Review kommt bestimmt... -RN-



Letzte Änderungen: 08.09.2004


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