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Willkommen im Club

Was können Zitationsvergleiche ... nicht unbedingt?



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Es war einmal ein Editor. Er war es noch nicht lange, denn er war noch ein sehr junger Forscher. Umso stolzer machte ihn seine erste Berufung in ein Editorial Board. Schließlich konnte man das nur als unmittelbare Wertschätzung seiner Forschungsarbeiten deuten. Und als Aufnahme in einen gewissen, wie auch immer gearteten "Club".

Jetzt stand sein erstes Treffen mit dem gesamten Board an, bei dem wie in jedem Jahr die Editorial Policy kritisch geprüft sowie die Schwerpunkte neu fokussiert wurden. Unser junger Mann war beeindruckt von der Routine, mit der die erfahrenen Forscher und langjährigen Editoren die Dinge auf den Punkt brachten. Alles war so, wie er es sich vorgestellt hatte.

Vor allem publikationsethisch schien unserem jungen Editor alles einwandfrei. Das war ihm besonders wichtig in diesen Tagen des "Publish or perish" und der immer aggressiveren Konkurrenz zwischen den Journals. Nein, alles auf einem guten Weg hier, dachte er. "Und ich bin dabei."


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Blieb nur noch das Abschluss-Bankett. Und da nahm ihn plötzlich der Chief Editor persönlich beiseite. Sehr zufrieden sei er mit seiner bisherigen Arbeit, versicherte ihm dieser. Nur einen Vorschlag wolle er ihm für das nächste Jahr ans Herz legen: Er solle den Autoren bei der Begutachtung doch hin und wieder nahe legen, noch das ein oder andere Paper aus dem eigenen Journal in die Referenzliste mit aufzunehmen. "Hebt den Impact Faktor", zwinkerte er ihm zu, nippte an seinem Drink und war auch schon wieder verschwunden.

Unser junger Editor wollte nicht recht glauben, was er da eben gehört hatte. Er schaute auf seinen Drink und beschloss, dass der Chief Editor wohl einen Scherz gemacht hatte. Man munkelte schließlich so einiges über seinen etwas eigenen Humor.

Er machte also seinen Job weiter wie bisher, schließlich kamen auch weiter keine Klagen. Bis im Jahr darauf das nächste Editorial Meeting stattfand. Diesmal kam der Chief Editor schon in der ersten Mittagspause zu ihm, ohne Drink und deutlich schlechter aufgelegt als beim letzten Mal. Er habe seinen Rat ja wohl nicht befolgt, kam er gleich zur Sache. Es könne doch nicht so schwer sein gegenüber den Autoren durchblicken zu lassen, dass die Annahme ihrer Artikel lediglich vom Hinzufügen der ein oder anderen entsprechenden Referenz abhänge. Man könne zur Not ja vorgeben, dass die anonymen Referees bei der Begutachtung darauf bestanden hätten. Schließlich würden die anderen Editoren genauso verfahren.

Das saß. Unser junger Editor brauchte nun Klarheit. Er nutzte fortan jede Gelegenheit, die ihm inzwischen besser bekannten Kollegen zu dieser Sache im Vertrauen zu befragen. Das Bild, das sich dabei langsam manifestierte, verstörte ihn zutiefst. Nicht nur, dass viele seiner Kollegen unter dem Druck des Chief Editors so verfuhren, wie dieser es verlangte. Nein, gleich mehrere Beispiele wurden ihm berichtet, bei denen "erwünschte Impact Faktorfähige" Referenzen ohne Wissen der Autoren eigenmächtig hinzugefügt wurden.

"Ich nicht", dachte unser junger Editor trotzig. Ein Jahr später entließ ihn der Chief Editor.

Und die Moral von der Geschicht´? Keine, denn ein Märchen ist das nicht. Der Fall hat sich tatsächlich so oder ganz ähnlich ereignet. Nachzulesen unter

http://www.publicationethics.org.uk/cope2003/pdf2003/2003pdf14.pdf

auf Seite 63. Als "Case 01/03C".




Letzte Änderungen: 08.09.2004


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