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Interdisziplinär

Zitationsvergleich 2003 bis 2006: Immunologie
von Lara Winckler, Laborjournal 03/2009


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Immunzellen

Starke Gruppen und hohe Zitierungszahlen zeichnen die deutschsprachige Immunologie der Jahre 2003 bis 2006 aus. Neben der klassischen Immunologie, welche die Abwehr von Pathogenen durch die angeborene und die erworbene Immunität untersucht, finden sich immer mehr Forscher ein, die aus völlig anderen Disziplinen kommen. Die Erkenntnis, dass Erkrankungen wie Atopische Dermatitis, Multiple Sklerose und Krebs ihre Ursache in einer gestörten Immunantwort finden können, macht die Immunologie auch für Haut-, Hirn- und Tumorforscher interessant.

Die Immunologie dreht sich längst nicht mehr nur um die reinen Grundlagen der Abwehr von Krankheitserregern, wie Bakterien, Viren und Pilze, oder anderen anderen körperfremden Stoffen wie etwa biologische Toxine und Umweltgifte. Seit Jahren erhält die Disziplin Zuwachs aus anderen Forschungsgebieten, wie der Tumorforschung, der Neurologie und der Dermatologie.

Dies nimmt nicht weiter Wunder wenn man bedenkt, dass die Ursache vieler Krankheiten in Störungen der körpereigenen Immunabwehr zu finden ist, etwa bei Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose – hier kommen die Neurologen ins Spiel – oder Systemischer Lupus Erythematodes, auch für Dermatologen interessant.

Seit dreißig Jahren ist bekannt, dass Viren Krankheiten wie Krebs verursachen – Harald zur Hausen erhielt für die Entdeckung, dass Humane Papilloma-Viren Gebärmutterhalskrebs auslösen können, den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 2008.


Volkskrankheiten

Und auch die Allergien haben ihren Ursprung in einer überschießenden Reaktion des Immunsystems auf an sich harmlose Stoffe. Asthma etwa, das Spezialgebiet der Münchner Allergologin Erika von Mutius (10.), gehört in diese Kategorie, ebenso wie atopische Dermatitis, Arbeitsfokus der Forscher vom Schweizerischen Institut für Allergie- und Asthmaforschung (SIAF) in Davos um Mübeccel Akdis (30.) und Cezmi Akdis (28.), Direktor des Instituts, sowie dem 2006 emeritierten Kurt Blaser (22.). Einen Nobelpreisträger können die Top 50 der Immunologie vorweisen: Rolf Zinkernagel (48.), Experimentelle Immunologie der Uni Zürich, wurde 1996 ausgezeichnet für seine Entdeckung, wie das Immunsystem Virus-infizierte Zellen erkennt. Zusammen mit Bernhard Odermatt (45.) forscht Zinkernagel an einem der Top-Themen der deutschsprachigen Immunologie: die Toll-like-Rezeptoren (TLR) der angeborenen Immunabwehr, die bakterielle Proteoglykane und Lipopolysaccharide erkennen. Die Community findet die TLR so interessant, dass der meistzitierte Artikel der Münchner Forschergruppe um Hermann Wagner (1.), Carsten Kirschning (7.) und dem inzwischen in Marburg forschenden Stefan Bauer (4.) die anderen Veröffentlichungen weit hinter sich lässt.

Die Neuroimmunologen im Vergleich haben ein Hauptthema: Multiple Sklerose (MS). Daneben finden jedoch auch andere immunologisch verursachte Erkrankungen des Nervensystems und der Muskulatur ihre Aufmerksamkeit: So erforscht der Düsseldorfer Mediziner Hans-Peter Hartung (38.) neben MS Myasthenia gravis. Die Immunabwehr der Darmschleimhaut ist Forschungsschwerpunkt des Teams um die Mainzer Mediziner Markus Neurath (3.) und Christoph Becker (27.). Sie suchen nach antigenspezifischen Immuntherapien für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Und auch die Krebsforschung spielt bei ihnen eine Rolle, sind doch CEDs oft Vorstadium für Darmkrebs.


Starke Gruppen

Nicht zuletzt dank Platz 1 der meistzitierten Artikel stammt eine überwältigende Mehrheit von insgesamt 13 der Top 50-Immunologen aus München. Auch Berlin schlägt sich wacker mit sieben Forschern, jeweils vier entsenden Heidelberg und Düsseldorf. Ebenfalls gut vertreten ist die Schweiz mit insgesamt fünf Immunologen von der Uni Zürich und dem SIAF in Davos. Aus Österreich kommen drei Forscher, mit Josef Penninger (2.) vom IMBA Wien haben sie sich unter die Top 3 platziert.

Die Rolle von Immunzellen bei der Entstehung von Krebs, AIDS und Autoimmunkrankheiten wollen auch Peter Krammer (25.) und Bernd Arnold (26.) in der Tumorimmunologie des DKFZ in Heidelberg ergründen.


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Letzte Änderungen: 05.05.2009


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