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Auf dem Pfad der Erleuchtung

Erlebnisse einer TA (121)

Annette Tietz


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Die TA

Als ich neulich in unseren Kaffeeraum kam, grinste mich eine mir unbekannte Person freundlich an. An sich ist das nicht ungewöhnlich, da bei uns des Öfteren Praktikanten vorbeischauen, die ich nicht immer zuordnen kann. Mal sind sie für vier Wochen da, mal sogar nur für einen Tag. Manche bearbeiten ein eigenes Projekt, da das Praktikum studienbegleitend ist, andere machen ein Orientierungspraktikum während der Schulzeit – und wieder andere kommen für einen Arbeitstag um... Ja, warum eigentlich?

„Hallo, ich bin Kathi und schnupper‘ heute mal bei euch rein.“ Jetzt hat die grinsende Person immerhin einen Namen. Da kann ich ja auch gleich mal nach dem tieferen Sinn ihres Acht-Stunden-Aufenthalts fragen.

„Ich hab diesen Sommer mein Abi gemacht und weiß noch nicht genau, was ich mal machen möchte. Und da hab ich mir ein paar Praktika ausgesucht.“

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Echte Versteher überall

Aha, jetzt kommen wir der Sache näher. „Das heißt, du weißt noch nicht, ob du in die Wissenschaft möchtest – oder lieber in die Industrie?“

„Nö. Bis vor ein paar Tagen wusste ich noch gar nicht, ob ich überhaupt studieren möchte. Ich war erst mal für einen Tag in einem Kindergarten. Aber der Gordon, der Erzieher, hat mir dann klargemacht, dass man dort den ganzen Tag mit Kindern zu tun hat. Das war mir dann doch zu anstrengend.“

Mensch, wozu so ein Praktikum alles gut ist – dachte ich mir.

„Anschließend habe ich einen Tag bei einer Eventmanagement-Agentur reingeschaut. Aber der Marcel dort hat mir dann erklärt, dass man da auch mal für dreihundert Gäste den Tisch eindecken muss und von dem eigentlichen Event gar nix mitbekommt. Der Marcel arbeitet dort schon seit fünf Jahren und hat noch nie ‘nen Promi gesehen!“

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Gut, dass man während eines Praktikums an so kompetente Menschen gerät wie den Gordon und den Marcel – ging es mir durch den Kopf.

„Also der Gordon meinte dann, ich solle was ohne Kinder machen, wenn ich die anstrengend finde.“ Leuchtet ein. Offenbar ein echter Versteher, der Gordon.

„Außerdem sind da die Aufstiegschancen gleich Null! In der Agentur sieht es auch nicht besser aus, hat der Marcel gesagt.“ Na, wenn der Marcel das sagt.

„Also bin ich jetzt hier. Ich hab‘ heute morgen schon mal bei einem Western Blot zugeschaut, und heute Nachmittag darf ich noch mit in die Zellkultur.“

Ich hoffte inständig, dass unsere Labor-Gordons und -Marcels auch so fundierte Fachkenntnisse zur Weitergabe bereit hielten...

Am nächsten Tag – ich hatte die Ein-Tages-Praktikantin schon wieder vergessen – kam mir Kathi im Flur entgegen. „Oh hallo, hat es dir so gut bei uns gefallen, dass du heute nochmal kommst?“ Oder hatten Gordon und Marcel die Vorzüge unseres Berufsbildes etwa nicht innerhalb eines Tages auf den Punkt bringen können?

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„Ich habe heute einen Termin bei eurem Abteilungsleiter. Ich habe mich entschieden, in die Wissenschaft zu gehen, möchte mich aber über die Aufstiegschancen in den jeweiligen Abteilungen hier an der Universität informieren. Ich will mich ja nicht im Nachhinein ärgern, dass ich mich im Vorfeld nicht ausreichend informiert hätte.“

Ich hoffte nur, Gordon-Marcel hatte ihr klargemacht, dass man auch als Professor äußerst selten einem Promi begegnet. Aber immerhin liegt die Kleinkindquote hier nahe Null.



Letzte Änderungen: 01.08.2018

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