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Buchbesprechung

Daniel Weber


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Bernhard Kegel:
Ausgestorben, um zu bleiben: Dinosaurier und ihre Nachfahren

Gebundene Ausgabe: 270 Seiten
Verlag: DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG; Auflage: 1 (16. April 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 9783832198701
ISBN-13: 978-3832198701
ASIN: 3832198709
Preis: 22 Euro (gebunden)

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Helden der Kindheit

In „Ausgestorben, um zu bleiben“ erzählt Bernhard Kegel mit Fakten und viel Humor die Geschichte der Dinosaurier.

Das Geburtsjahr der Dinosaurier: 1842 – natürlich nicht im biologischen Sinn. Denn bekanntermaßen sind die „Dinos“ bereits einige Monate zuvor ausgestorben. 1842 hingegen schlug der britische Forscher Richard Owen den Namen „Dinosaurier“ für die fossilen Funde vor, die bereits seit dem späten 18. und frühen 19. Jahrhundert für steigendes Interesse sorgten. Insbesondere nachdem die erst zwölfjährige Mary Annings das komplette Skelett eines Ichthyosaurus in England gefunden hatte. Seitdem steigt die Popularität der Dinosaurier nahezu kontinuierlich an – bei Jung und Alt.

Für alle interessierten Erwachsenen ist das Buch des deutschen Autors Bernhard Kegel mit dem überaus passenden Titel „Ausgestorben, um zu bleiben – Dinosaurier und ihre Nachfahren“ zu empfehlen. Kegel studierte Chemie sowie Biologie, was sich positiv in dem gesamten Buch bemerkbar macht. Fundiert beschreibt Kegel die spannende Geschichte der Paläontologie; und ist dabei auf einem recht aktuellen Stand, denn die jüngsten Fossilienfunde revolutionierten wieder einmal die Vorstellungen über Dinosaurier.

Erstmals betraten die Dinosaurier vor rund 230 Millionen Jahren die Weltbühne. Der nächste große Auftritt war dann 1967, als Tyrannosaurus Rex (T. Rex) den Grundstein für ihre Weltkarriere legten und zu einer der bekanntesten Glam-Rock-Bands der Welt wurden. Aber nicht nur deswegen gilt Tyrannosaurus rex als vermutlich prominentester Dinosaurier. So hatte der T. rex in dem Spielfilm „Jurassic Park“, Stephen Spielbergs Verfilmung des gleichnamigen Romans von Michael Crichton, einen weiteren großen Auftritt in tragender Rolle. „Jurassic Park“ dient dem Autor Kegel auch als filmische Referenz in seinem 270 Seiten dicken Buch, leider führt er sie aber ein wenig zu häufig an.

Dino-Experten im Kindergarten

Doch die Faszination beschränkt sich nicht nur auf den „König der Dinosaurier“, sondern auch auf die unzähligen anderen Arten, obwohl diese nicht immer so leicht auszusprechen sind. Tipp für alle Erwachsenen: Gehen Sie in den Kindergarten. Dort treffen Sie auf unzählige Nachwuchs-Dino-Experten, die ein Saurier-Namensgedächtnis haben, das wohl nur von professionellen Paläontologen übertroffen werden kann. Namen wie Therizinosaurus oder Quetzalcoatlus bekommen die von Dinosauriern besessenen Kindergartenkinder ohne zu stottern hin – Kinkerlitzchen.

Insgesamt ist „Ausgestorben, um zu bleiben “ durchgehend interessant und spannend geschrieben. Bernhard Kegel berichtet von fossilen Funden, die sowohl ein Mischwesen (Seite 227) als auch Dinosaurier (Seite 229ff) mit Federn zeigen. Dies spiegelt die etablierte Ansicht wider, dass die heutigen Vögel von den Dinosauriern abstammen.

Der Autor lockert das Werk immer wieder mit unterhaltsamen Anekdoten auf, beispielsweise wenn er über Oberschenkelknochen von Dinosauriern schreibt, die so groß sind wie ein Mensch (Seite 118f). Oder dass die täglichen Kothaufen eines Dinosauriers bis zu 1.500 Kilogramm gewogen hätten (Seite 134). Diese Kot­haufen stellten sogar ein eigenes Ökosystem dar (Seite 136f). Ebenso ist es wahrscheinlich, dass die Dinosaurier nahezu ununterbrochen rülpsten und furzten (Seite 133).

Auch die sogenannten „Bone Wars“ zwischen den beiden Paläontologen Edward Drinker Cope und Othniel Charles Marsh gegen Ende des 19. Jahrhunderts beschreibt Kegel. Das wiederum ist eine Geschichte, der sich Michael Crichton bereits 1974 angenommen hatte und die kürzlich posthum unter dem Titel „Dragon Teeth“ erschienen ist.

Ebenfalls interessant erscheint ein Besuch des Museums „Museo del jurásico de Asturias“ in Spanien, das zwei T.-rex-Skelette beim Fortpflanzungsakt zeigt – oder zumindest wie es sich die geneigten Paläontologen vorstellen (Seite 179).

Zusammenfassend ist zu sagen: „Ausgestorben, um zu bleiben“ ist ein unterhaltsames Buch, das den Fokus auf die Geschichte der Dinosaurier-Erforschung legt. Bernhard Kegel gelingt es dabei fortlaufend, den Leser durch eine gelungene Mischung aus Fakten und Unterhaltung jede Seite mit Vergnügen umblättern zu lassen.

Sehr zu empfehlen ist das Buch auch als Geschenk zu Weihnachten. Wenn nach den stressigen Feiertagen wieder Ruhe eingekehrt ist und die bereits länger liegenden Plätzchen in ihrer Konsistenz an Fossilien aus dem Mesozoikum erinnern, ist es genau die richtige Zeit, um es sich gemütlich zu machen und in einem schönen populärwissenschaftlichen Buch zu schmökern – wie diesem eben.





Letzte Änderungen: 06.12.2018


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